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Zur Eröffnungspremiere
Intendant und Team des steirischen herbst <info@steirischerbst.at>
Im Zuge der Aufführung von Wolfgang Mitterers Musiktheater-Performance "white foam" in der Inszenierung von Jürgen Müller/La Fura dels Baus wurde ein Zuschauer von den DarstellerInnen auf das Podest in der Mitte der Spielfläche gezerrt und gegen seinen Willen ausgezogen. Schon bei den ersten Proben mit Publikum (am 4. und 5. Oktober) wurde die Problematik solcher Aktionen, bei denen ZuschauerInnen in ihrer persönlichen Integrität verletzt werden, thematisiert. Das Ensemble wurde bei der Besprechung nach der Hauptprobe nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Szene nur mit einem Darsteller realisiert werden darf. Dieser Anweisung wurde bei der Premiere allerdings nicht Folge geleistet. Der Intendant und das Team des steirischen herbst möchten sich bei allen ZuschauerInnen, insbesondere bei den von der kritisierten Aktion unmittelbar Betroffenen in aller Form entschuldigen. Intendanz und Dramaturgie bedauern, dass auf die Umsetzung dieser Anweisung in der Hektik der Eröffnungsvorbereitungen nicht ausreichend geachtet wurde. Regisseur und Ensemble sind angewiesen, diese Aktion bei allen Folgevorstellungen zu unterlassen und die betreffende Szene ersatzlos zu streichen. Der steirische herbst bekennt sich zur Freiheit der Kunst, sieht in dieser Aktion aber eine Grenzüberschreitung, bei der die Freiheit der betroffenen Personen verletzt wurde. Die Würde eines Menschen darf in dieser Weise auch mit dem Verweis auf die Freiheit der Kunst nicht verletzt werden.


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DIE ZUSEHER MÜSSEN ES WISSEN 19 10 2000
...dann ist nichts dabei...
Wenn die Zuschauer vorher wissen das ihnen etwas "passieren" kann, ist das kein Problem. So ist es vielleicht nur peinlicher Aktionismus.Franz

premiere 10 10 2000
marc
der angriff auf menschen bei der haupt/generalprobe und der premiere von white foam hat wohl nix mit freiheit der kunst zu tun, sondern viel mehr mit willkür, unsensibilität und unprofessionalität. in eine aufführung mit eingebunden zu werden darf nicht heißen, keine wahl mehr zu haben. ich muss nach wie vor die möglichkeit haben, zu gehen, mich dem ganzen zu entziehen. wenn ich aufs podest gezerrt und entkleidet werde, habe ich keine wahl mehr. für mich ist das ein akt, der nur mit aggresivität und demütigung zu tun hat. ich finde das armselig und beschämend. was ist denn der nächste schritt? eine vergewaltigung?? ist es dass nicht eigentlich schon???

"Entschuldigung" 09 10 2000
Alexander, Graz
Daß auf der Bühne jemand gegen seinen Willen ausgezogen wird, finde ich total beschissen. Dass der Intendant sich dafür entschuldigt und diese Szene unterbindet, nötigt mir Respekt ab, weil er sich damit gleich den Vorwurf der zensur einhandelt. So muß das offenbar auch der spoanische Regisseur verstanden haben, wenn er, wie gestern abend, eine Stripperin mit dem Transparent "Entschuldigung" auftreten läßt. was das soll, hab ich erst jetzt verstanden, als ich Euer forum gelesen habe. Ein fader Insider-witz.



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